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15
Oct

Skizze einer demokratischen und ökologischen Gesellschaft – TEIL 1

In Zeiten wie diesen sollten wir genauer auf die konterrevolutionäre Rolle von Religion,
Kunst und Sport achten. Es besteht ein immer größerer Bedarf an unbeirrter
Wissenschaft und wissenschaftlichen Strukturen, die der Gesellschaft wirkliche Projekte
und wahre Paradigmen unterbreiten und die ich „sozialwissenschaftliche Schulen und
Akademien“ nennen möchte. Der Kampf muss vor allen auf dem Gebiet des Intellekts,
also der Mentalität gewonnen werden. Wir leben in einer Phase, in der die geistige
Revolution von entscheidender Bedeutung ist.

Abdullah Öcalan

Seit sich 1989 der Realsozialismus wegen innerer Ursachen auflöste, befindet sich das
gesellschaftliche System der Welt in einem Chaosintervall, was die notwendige Voraussetzung für
einen Wandel darstellt. Es gibt dabei qualitative Unterschiede zwischen vorherigen Krisen des
Kapitalismus und dieser Krise, die wir als Chaosintervall bezeichnen können. Allgemein erwachsen
radikale Veränderungen in Gesellschaften nicht aus Krisen irgendwelcher Art, sondern aus
chaotischen krisenhaften Prozessen. In normalen Krisen besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass
es dem System gelingt, sich zu restaurieren, also sich auf der gleichen Grundlage neu zu formieren,
und so weiter bestehen zu können. So ist es dem kapitalistischen System gelungen, sich nach seinen
ersten beiden großen Krisen nach den Weltkriegen zu restaurieren und dabei noch stärker zu
werden. Diese Art der Krisenbewältigung ist ein wichtiger objektiver Grund dafür, dass es ihm
sogar gelang, den Realsozialismus zu absorbieren. Wenn auch ein wichtiger Faktor dabei war, dass
es dem Marxismus-Leninismus nicht gelungen war, sich von den herrschenden Werten der
Klassengesellschaft vollständig zu lösen, hätte es ihm trotzdem gelingen können, seine Krisen aus
eigener Kraft zu bewältigen. Wenn kein objektiver Faktor dieser Art für den Zerfall bestanden hätte,
hätte es diese überaus blamable Kapitulation nicht gegeben. Man erhoffte sich sogar schließlich die
Rettung ausgerechnet vom herrschenden System. Einen noch massiveren Zerfall verhinderten dann
die seinerzeit führenden kapitalistischen Länder.

Schon allein diese Tatsache zeigt auf, welch frappierenden Effekt der Realsozialismus sowohl auf
die Überwindung der Krise des Kapitalismus als auch für sein Abgleiten ins Chaos hatte. Wenn sich
der Kapitalismus in Folge der Revolutionen von 1848 nicht in verschiedene Richtungen
aufgespalten hätte, wäre er vielleicht schon früher ins Chaos gemündet. Speziell durch das 20.
Jahrhundert retteten ihn diese drei Richtungen. Der Realsozialismus, die Sozialdemokratie und die
nationale Befreiung trugen dazu bei, das Chaos um mindestens 100 Jahre zu verzögern. Wenn sich
das kapitalistische System nicht verändert hätte, hätte es zu Beginn des 20. Jahrhunderts in eine
Krise qualitativer Transformation, in ein Chaosintervall eintreten müssen.
Dass es fürchterliche Kriege inklusive der Atombombe über die Menschheit brachte, dass es die
Ungeheuer des Kolonialismus, des Nationalismus, des Faschismus und des Totalitarismus erschuf
und dagegen nationale Befreiung, Realsozialismus und Sozialdemokratie Lösungen entwickeln ließ,
sollte man als historische, politische und militärische Manöver zur Lebensverlängerung des Systems
begreifen.Ein Chaosintervall bezeichnet das Durcheinander, welches notwendig ist, um Veränderungen wie neue Formen, Arten und Strukturen in der Welt der Phänomene hervorzubringen. Die inneren
Widersprüche eines Phänomens sind dann so zugespitzt, dass sie in der bestehenden Form nicht
weiter existieren können. Die Form kann das Wesen nicht bewahren, sie wird unzulänglich, zu eng,
zerstörerisch.

In einer solchen Situation kommt es zu Zerfallsprozessen, es entsteht ein Wirrwarr, das „Chaos“.
Das Wesen hat sich von der alten Form befreit, aber noch keine neue angenommen. Die
Bruchstücke der alten Form können nur noch als Baumaterial für neue Formen dienen. In einem
solchen Intervall scheint ein universales Prinzip Anwendung zu finden. Die Strukturbausteine des
Universums vollziehen im Chaos eine schnelle Veränderung, um sich anschließend neu zu ordnen.
Wenn die neue Anordnung geeignet ist, die Teilchen zu halten, wird sie zu einer bleibenden
Struktur. Um diese dauerhafte Struktur herum entwickelt sich dann ein neues System.
Ich möchte versuchen, dies mit einem Beispiel aus dem Bereich der Materie zu verdeutlichen. Das
H2O-Molekül ist eine Form. Diese Form nennt man „Wasser“. Es entsteht, wenn zwei
Wasserstoffatome sich mit einem Sauerstoffatom verbinden. Die Wechselwirkungen der
subatomaren Teilchen beider Elemente sorgen dafür, dass es sich um eine Flüssigkeit handelt. Wenn
das Molekül aufgespalten wird, beginnt das Chaos. Wenn alle H- und O-Atome frei vorliegen,
können sie sich mit Elementen wie Kohlenstoff oder Schwefel nach einer kurzen Reaktion zu vielen
neuen Verbindungen zusammenschließen. Das bedeutet eine Neustrukturierung. An Stelle von
Wasser können sich nun verschiedene Flüssigkeiten, Säuren, Basen oder sogar giftige Gase wie
Kohlenmonoxid bilden.

Diese universelle Regel für den Aufbau von Strukturen gilt auch für Gesellschaften. Damit eine
neue Struktur entstehen kann, muss zuerst die alte zerfallen. Jedoch kann der Zerfall, das
Durcheinander alleine, eine Struktur nicht ersetzen. Er bildet eine Art Gemengelage, wie ein Teig,
den man kneten und formen muss. Ich möchte ein Beispiel aus der Gesellschaft anführen. Gegen
Ende des 15. Jahrhunderts zerfiel das feudale System und mit ihm seine Geisteshaltung.
Verschiedene neue Klassen, „Barbaren“, vorchristliche feudale Formen waren in das System
eingedrungen. Nach dem Zerfall des Feudalismus entstanden jedoch viele demokratische und
kapitalistisch bürokratische Formen.

Es finden sich viele Anzeichen dafür, dass das kapitalistische System seit den neunziger Jahren
zusammen mit seinem Gegenpart zerfallen ist. Dass sich die Globalisierung des Kapitals
insbesondere auf den Finanzsektor konzentriert, ist eines der ersten Symptome. Finanzsektor
bedeutet, aus Geld Geld zu machen, ähnlich einem Casino. So etwas kann letztlich nur zerfallen.
Das Finanzkapital jongliert nach Belieben mit den etablierten Strukturen. Nationale Institutionen,
ob Staaten oder Ideologien, Ökonomien oder Kunst können sich nicht mehr aus eigener Kraft auf
den Beinen halten. Das US-Imperium lässt weltweit spüren, dass die alten Kräftegleichgewichte
und Strukturen weltweit sinnlos geworden sind und es sie nicht mehr für gültig erachtet, was in
vielen Regionen und Nationalstaaten zu Krisen, Putschen und blutigen ethnisch-religiösen
Konflikten führt. Diese Tatsache hängt mit dem System zusammen und weist die Züge des Chaos
auf.

Dem System gelingt es nicht, seine inneren Spannungen zu überwinden. Es gibt ständige
Spannungen und Ungleichgewichte, vor allem zwischen den USA und der EU und im Verhältnis
zwischen diesen beiden und Japan und China. Auch der „Nord-Süd-Konflikt“ genannte Graben
zwischen extrem reichen und extrem armen Länder vertieft sich stetig. Auf beiden Seiten sind Krise und Chaos ein Dauerzustand.

Die Völker lösen sich in zunehmendem Maße von staatlichen Institutionen. Seit man versteht, dass
jenes Phänomen von Staat, welches man jahrtausende lang wie einen Gottkönig, den Schatten
Gottes oder Gott selbst akzeptierte (siehe Hegels Sicht auf den bürgerlichen Staat), in seiner Essenz
die Macht tarnt, welche die Quelle von Ausbeutung, Repression und Gewalt darstellt, isoliert man
ihn zusehends. Im Märchen „Des Kaisers neue Kleider“ ruft das Kind: „Der Kaiser ist ja nackt!“
Die Völker beginnen langsam, den Staat so entblößt zu sehen wie das Kind den Kaiser in besagtem
Märchen. Dies ist ein wichtiges Indiz für ein beginnendes Chaos.

Ein wichtiges Thema ist die enorme Arbeitslosigkeit. Sie trägt strukturellen Charakter und wird
noch weiter zunehmen, solange dieses System besteht. Das System ist gleichbedeutend mit einem
lawinenartigen Anwachsen der Arbeitslosigkeit. In keinem anderen System hat es eine derart hohe
Arbeitslosigkeit der Bevölkerung gegeben. Daher ist die Arbeitslosigkeit eines der Phänomene, die
die chaotische Qualität der Krise am deutlichsten vor Augen führen. Wo hohe Arbeitslosigkeit
herrscht, gibt es ein dementsprechendes Maß an Chaos. Neben vielen anderen negativen Aspekten
der Arbeitslosigkeit bedeutet sie das Ende des Daseins der Gesellschaft, eine Art Bankrott der
Gesellschaft.

Dabei herrscht wegen eindrucksvoller Produktionstechniken ein Überangebot, das nicht mehr
aufgenommen werden kann. Das Problem ist nicht der Mangel, sondern sein Gegenteil. Auf der
einen Seite lebt eine riesige Bevölkerung nicht nur im Mangel, sondern im Hunger, auf der anderen
Seite gibt es alles haufenweise und im Überfluss. Ein prägnanteres Symptom für das Chaos kann es
nicht geben. Weiterhin ist ein krebsartiges Wuchern der Städte zu verzeichnen. Dieses Wachstum ist
eines der besten Beispiele für eine gesellschaftliche Entartung, welche soziologisch gesehen mit der
Stadt nichts zu tun hat90. Die Städte werden gleichzeitig zu Dörfern und wachsen so sinnlos, dass
sie aufhören, Stadt zu sein. Das Chaos ist in der Stadt intensiver. Dort ist die Gesellschaft komplett
zur Ware geworden. Es gibt keinen Wert mehr, den man nicht kaufen oder verkaufen könnte.
Heiligkeit, Geschichte, Kultur, Natur, alles wird zur Ware. Auch dies führt zur Entartung der
Gesellschaft und ins Chaos.

Die Verschmutzung und Zerstörung der Umwelt infolge der anderen Faktoren des Chaos zeigt, dass
das Chaos mittlerweile auch die Umwelt erreicht hat. Der Treibhauseffekt, das Ozonloch, die
Verschmutzung des Wassers und der Luft sowie die extreme Vernichtung von Arten sind jedes für
sich ein Menetekel. Ein tiefer Graben trennt Gesellschaft und Natur, deren Beziehung eigentlich ein
ökologisches Phänomen darstellt. Wenn dieser Graben nicht unverzüglich geschlossen wird, wird es
der Gesellschaft gehen wie einst den Dinosauriern.

Auch die Bevölkerungsexplosion muss man als Folge der allgemein widersprüchlichen Struktur des
Systems sehen. Aus kapitalistischer Sicht gilt die Prämisse „je wertloser der Mensch, desto mehr
vermehrt er sich“. Entsprechend bezweckt die Bevölkerungspolitik des Kapitalismus, die Zahl der
„Nutzlosen“ zu verringern. Da so jedoch das Problem nicht gelöst werden kann, wird sich das
Bevölkerungsproblem verschärfen, solange der Kapitalismus existiert. Die Bevölkerungsexplosion
gehört zu den wichtigsten Faktoren, die das Chaos vergrößern.

Auch die gesellschaftlichen Strukturen am gegenüberliegenden Pol des Systems befinden sich im
Durcheinander und im Zerfall. Vor allem die Familie durchlebt den stärksten Auflösungsprozess der
Geschichte. Die Hälfte aller Ehen geht in die Brüche, unmoralische und unkontrollierte sexuelle
Beziehungen nehmen lawinenartig zu. Die „heilige Ehe“ gilt als erledigt. Kinder und alte
Menschen, Opfer des Zerfalls der elterlichen Beziehungen und der Familie, sind in eine Situationgeraten, die aus gesellschaftlicher Sicht besonders sinnlos und zerstörerisch ist. Je mehr die uralte
Ausbeutung und Unterdrückung der Frau ans Tageslicht kommt, gerät auch die Frauenfrage in eine
Krise. Wenn die Frau ihre Situation erfasst, wird sie in der Wut über ihre Erniedrigung zu einem
entscheidenden Faktor im Kräftespiel des Chaos werden. Die Analyse der Frau führt zur Analyse
der Gesellschaft, die Analyse der Gesellschaft zur Analyse des Systems.

Die Abnutzung der Institution „Moral“ führt zu zügellosem Egoismus und zur Zerstörung der
gesellschaftlichen Werte. Moralisches Handeln ist aus kapitalistischer Sicht gleichbedeutend mit Dummheit. Eine Gesellschaft, die ihre moralische Grundlage, also ihr Gewissen verloren hat, befindet sich im Chaos. Anders kann man es nicht definieren. Der Staat versucht die gesellschaftlichen Probleme mit Sozialpolitik einzudämmen, kann sie aber wegen der allgemeinen Struktur des Kapitalismus und
seiner Ressourcenknappheit nicht lösen, die Probleme wachsen weiter. Der Staat verliert vollständig
die essentielle Funktion für das „Gemeinwohl“, die einzig sinnvolle Funktion, die er je hatte. Auch
die „öffentliche Sicherheit“ ist in ähnlichem Maße bedroht. Dass der Kapitalismus „jeden jedem
zum Wolfe“ macht, führt zu einem allgemeinen Sicherheitsproblem. Die gesellschaftliche
Sicherheit wird mittlerweile nicht nur von außen, durch Verbrecher oder juristisch definierte
Vergehen gefährdet, sondern vor allem der Hunger und die Arbeitslosigkeit, die das System
produziert, werden zu elementaren Bedrohungen der Sicherheit. Wegen steigender Kosten einerseits
und wachsender Bevölkerung andererseits bleiben die Probleme von Bildung und Gesundheit
ungelöst. Chaosartige Krankheiten wie Krebs, AIDS und Stress breiten sich aus. Die Gesellschaft,
die sich elementarer Lebensnotwendigkeiten wie Umwelt, Wohnung, Gesundheit, Bildung, Arbeit
und Sicherheit beraubt sieht, bemerkt zum ersten Mal in der Geschichte, dass sie keine radikalen
Lösungen finden kann, dass sie also im Chaos gefangen ist. Dies ist ein Prozess Schwindel
erregender Ausweglosigkeit.

Wenn die kommunale Solidarität zerfällt und damit die traditionellen Schutzmechanismen
schwächer werden, treten individuelle und bandenmäßige Gewalt an ihre Stelle. Gegen den Terror
der Machthaber entfalten sich Stammes- und Sippenterror. In dem Maße, in dem der Militär-Macht-
Komplex in den staatlichen Strukturen offener zu Tage tritt, entsteht für die Gesellschaft eine
Situation legitimer Selbstverteidigung. In dem Maße, in dem die allgemeinen rechtsstaatlichen
Regeln der Gleichheit nicht angewandt werden, Menschenrechte und demokratische
Meinungsfreiheit mit Embargos belegt werden, entstehen zwangsläufig auch
Volksverteidigungskräfte. Das führt dann zu einer Spirale von Gewalt und Gegengewalt, die statt zu
einer Lösung der Krise zu ihrer Verschärfung beiträgt.

Wenn der staatliche Nationalismus extrem anwächst, entwickelt sich als Reaktion ein ethnischer
Nationalismus. Auch dies ist ein Kanal für Gewalt. Während Aktivitäten wie Sport und Kunst eigentlich dazu beitragen sollten, materielle Widersprüche zu mildern und abzubauen sowie zu gegenseitigem Verständnis beizutragen, werden sie ganz im Gegenteil in Instrumente zur Betäubung verwandelt und tragen zur Schaffung von falschen Illusionen bei. Religion, Bruderschaften und Sekten bekommen eine ähnliche Funktion zugewiesen und verhindern so, dass die Gesellschaft die Realität erkennt. Transzendentale Welten und konservative Gemeinden werden als Hindernisse auf dem Weg zu einer wirklichen Lösung errichtet. Das Trio Sport, Kunst und Religion wird seiner eigentlichen, historisch gesellschaftlichen Essenz beraubt und benutzt, damit die Gesellschaft mit Scheuklappen und steinernen Herzen blind und gefühllos gemacht wird. Durch sie werden illusionäre Paradigmen geschaffen, damitAusweglosigkeit als Schicksal akzeptiert wird. Diese Art von Widerstand gegen das Chaos erreicht
das Gegenteil, sie vermehrt das Chaos noch.

Besonders in solchen Zeiten müssten Kunst, Wissenschaft und Technik als Schutzmechanismen
einspringen und eine aufklärerische und konstruktive, wegweisende Rolle bei der Umgestaltung
spielen. Doch das extreme Monopol der offiziellen Macht hindert sie daran, diese Funktion zu
erfüllen und gesellschaftliche Lösungen zu produzieren. Die Rolle, auf die man die Wissenschaft
beschränkt, ist die Analyse von Teilaspekten ohne Blick für das Ganze, oder aber mit Kanonen auf
Spatzen zu schießen. Enorme Mittel werden statt zur Lösung von dringenden Problemen für
sinnlose Hochrüstung und Kriege verschwendet, die Menschen werden auf profitorientierte
Produkte fixiert, die den Grundbedürfnissen der Gesellschaft zuwiderlaufen. Das alles hat negative
Auswirkungen, dient also dazu, das Chaos zu vertiefen.

Wir könnten die Definition des Chaos, für welches das System verantwortlich ist und in das es die
gesamte Gesellschaft einbezieht, noch ausweiten. Aber für diesen Zweck ist diese Beschreibung
ausreichend. Wenn wir uns des Chaotischen der Situation nicht bewusst werden, sondern denken
und handeln, als lebten wir in einer gewöhnlichen Situation, wird es uns nicht gelingen,
grundsätzliche Fehler zu vermeiden und so statt Lösungen ewige Wiederholung zu produzieren. In
Zeiten wie diesen sind intellektuelle Anstrengungen um ein Vielfaches wichtiger als zu anderen
Zeiten. Besonders, da die herkömmlichen wissenschaftlichen Strukturen wie Universitäten und
Religion mehr zu Missverständnissen als zum Verständnis beitragen, wird jede wirklich
aufklärerische intellektuelle Bemühung umso wertvoller. Machthörige Wissenschaft und Religion
sind höchst effektiv bei der Verbreitung verzerrter und falsche Paradigmen. In Zeiten wie diesen
sollten wir genauer auf die konterrevolutionäre Rolle von Religion, Kunst und Sport achten. Es
besteht ein immer größerer Bedarf an unbeirrter Wissenschaft und wissenschaftlichen Strukturen,
die der Gesellschaft wirkliche Projekte und wahre Paradigmen unterbreiten und die ich
„sozialwissenschaftliche Schulen und Akademien“ nennen möchte. Der Kampf muss vor allen auf
dem Gebiet des Intellekts, also der Mentalität gewonnen werden. Wir leben in einer Phase, in der
die geistige Revolution von entscheidender Bedeutung ist.

Quelle:
JENSEITS VON STAAT, MACHT UND GEWALT
Verteidigungsschriften
Abdullah Öcalan
Originaltitel: Bir Halkı Savunmak

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